Projekte
Einzelne Arten wie den Biber fördern wir mit zielgerichteten Projekten. Andere Projekte ermöglichen den Erhalt und die Förderung von Lebensräumen und Landschaften im Kanton. So werden beispielsweise jedes Jahr während der Hochstammaktion Obstbäume stark verbilligt an Landwirte abgegeben. Durch dieses Projekt wird der Fortbestand der typischen Thurgauer Kulturlandschaft mit ihren ökologisch wertvollen Hochstamm-Obstbäumen gesichert. Dies kommt einer Vielzahl von Tieren zu Gute.
Erfahren Sie mehr über unsere Projekte...
Igel gesucht im Kanton Thurgau
Wiesel im Thurgau — Mauswiesel und Hermelin auf der Spur
Medienmitteilung zur Hochstammaktion 2020
Kein anderes Merkmal prägt die Thurgauer Landschaft mehr als die markanten Hochstammobstbäume. Da diese mächtigen Bäume auch ein wichtiger Lebensraum für verschiedenste Tierarten sind, fördert Pro Natura Thurgau schon seit über 30 Jahren den Erhalt sortenreicher Hochstammobstgärten im Rahmen der auch dieses Jahr stattfindenden Hochstammaktion.
Obschon die Schweiz über 1000 unterschiedlichen Apfelsorten beheimatet, machen nur wenige globale Sorten (Gala, Golden, Braeburn und Jonagold) mehr als die Hälfte des Konsums aus. Dies führt dazu, dass regionale Sorten seltener Angebaut werden und so in Vergessenheit geraten können. Um dem entgegenzuwirken gibt Pro Natura Thurgau bei ihrer Hochstammaktion Jungbäume von verschiedensten Thurgauer Sorten vergünstigt ab. Angebotene Apfelbäume: Bohnapfel, Boskoop rot, Gravensteiner, Schneiderapfel, Wilerrot und viele mehr. Dabei werden neben 19 Apfelsorten auch unterschiedliche Birnensorten wie die Wasser- oder die Knollbirne sowie die Fellenberg-Zwetschge angeboten.
Ein strukturreicher, extensiv bewirtschafteter Obstgarten mit unterschiedlichen Hochstammobstsorten bietet Schutz und Nahrung für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Neben seltenen Vögeln nisten Fledermäuse in Baumhöhlen alter Bäume. Von den Blüten, Blättern und Totholzteilen profitiert eine Fülle von Insekten wie Käfer, Tag- und Nachtfalter oder Bienen. Ein langfristig gesunder Obstgarten mit einer hohen Biodiversität beherbergt nebst Bäumen im Ertragsalter auch absterbende Bäume mit ökologisch wertvollem Totholz und Jungbäume.
Bei den Thurgauer Bauern, die ihre prachtvollen Obstgärten pflegen und nachhaltig erneuern und mit ihren Hochstammbäumen ein Wahrzeichen unserer Kulturlandschaft aufrecht erhalten möchte sich Pro Natura Thurgau herzlich bedanken.
Nun ist es wieder soweit und der Zeitpunkt mit Jungbäumen den Obstgarten zu erweitern oder entstandene Lücken zu schliessen und dadurch einer Überalterung des Baumbestandes entgegenzuwirken steht vor der Tür. Bis zum 10. Oktober können Hochstammobstbäume entweder direkt im Online-Shop unter diesem Link oder telefonisch über die Geschäftsstelle (Tel.: 071 422 48 23) bestellt und am 12. November in Bürglen (Kiesgrube an der Nordstrasse) zwischen 9:00-12:00 Uhr oder 13:00-15:00 Uhr abgeholt werden.
-----------------------------------
Fotos zur freien Verwendung unter Namensnennung des Fotografen © Manfred Hertzog
Weiterführende Informationen
Downloads
Pressetext als PDF-
Hochstammapfelbaum...
-
- © Manfred Hertzog
-
...und seine Früchte
-
- © Manfred Hertzog
Quellenatlas
Langrickenbach: Der Mülibach kommt zurück ans Tageslicht
Die Wildkatze ist das Tier des Jahres 2020
Im Jahr 2020 hat Pro Natura die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) zur Botschafterin für wilde Wälder und vielfältige Kulturlandschaften erkoren. Einst war die elegante Jägerin der Ausrottung nahe. Heute breitet sich die Wildkatze wieder aus. Ganz gerettet ist die Art aber noch nicht.
Der lateinische Name der Wildkatze bedeutet «Waldkatze». Wilde Wälder mit vielfältigen Strukturen sind der ursprüngliche Lebensraum der Wildkatze. Hier jagt sie Mäuse und andere Kleintiere, verschläft manche Stunde im sicheren Versteck und bringt in einem trockenen Unterschlupf ihre Jungen zur Welt.
Leider sind heute nur noch wenige solcher Lebensräume vorhanden. Pro Natura setzt sich schweizweit für die Erhaltung natürlicher Lebensräume ein. Viele unserer Naturschutzgebiete im Jura können auch Wildkatzen als Teillebensraum dienen. In Waldreservaten finden sie ruhige Rückzugsorte, auf artenreichen Wiesen und Weiden am Waldrand können Wildkatzen Mäuse erbeuten.
Erfahren Sie viele weitere interessante Fakten zum Tier des Jahres 2020!
Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
Erfolgreicher Abschluss Interreg Projekt Kleingewässer
Einst entstanden Kleingewässer am Bodensee durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In heutigen Kulturlandschaften fehlt diese Dynamik, so dass verlandende Kleingewässer durch regelmässige Pflege erhalten oder durch Neuanlage ersetzt werden müssen. Über den Zustand und Wert von Kleingewässer gibt es ein zu geringes Bewusstsein und ihr Schutz wird in der Praxis noch unzureichend umgesetzt. Diese Herausforderungen bestehen in allen angrenzenden Ländern des Bodensees und können nur gemeinsam gemeistert werden, denn Tiere und Pflanzen kennen keine Ländergrenzen.
Nach vier Jahren Laufzeit endete das Interreg Projekt Ende Mai. Der unten aufgeführte Video zeigt verschiedene Orte die im Verlauf des Projektes zu einzigartigen Lebensräumen gestaltet wurden.
Projekt zum Vorkommen des Kleinen Leuchtkäfers im Kanton Schaffhausen
Wie Sie vermutlich bereits vernommen haben leuchtet das Glühwürmchen als Tier des Jahres 2019 von Pro Natura. In der Schweiz heimisch sind vier Leuchtkäferarten. Tier des Jahres ist offiziell der Grosse Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca). Im Gegensatz zum Grossen Leuchtkäfer kommt der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) in der Schweiz aber nicht flächendeckend vor. Von den inselartigen Vorkommen des Kleinen Leuchtkäfers (mit einem Durchmesser von 100 bis 300 Metern) sind einige im Kanton Schaffhausen gelegen.
Pro Natura Schaffhausen nutzt diese lokale Besonderheit dazu, in einem Projekt mit dem langjährigen Glühwürmchen Experten Ingo Rieger das Vorkommen vom Kleinen Leuchtkäfer im Kanton zu erfassen. Zusammen mit einem Bericht aus dem Jahr 2008 (RIEGER und INEICHEN 2008: Das Kleine Glühwürmchen in Schaffhausen - Untersuchung zur Verbreitung des Kleinen Glühwürmchens Lamprohiza splendidula in Schaffhausen) soll die diesjährige Erfassung als Anhaltspunkt dienen, die Veränderung vom Vorkommen des Kleinen Glühwürmchens innert der letzten zehn Jahre zu studieren. Bereits im Bericht RIEGER und INEICHEN 2008 wurden konkrete, lebensraumverbessernde Massnahmen vorgeschlagen. Daher kann mit dem erneuten Besuch der damals beschriebenen Verbreitungsinseln, unter anderem auch die Effektivität der einzelnen Massnahmen evaluiert werden (sofern sie denn auch umgesetzt wurden). Neben Pro Natura Schweiz und Pro Natura Schaffhausen wird das Projekt vom Planungs- und Naturschutzamt Schaffhausen finanziert, welches sich auch bereits an der Studie im Jahr 2008 beteiligte.
Für das diesjährige Projekt, suchen wir für die Zeit vom 15. Juni bis zum 15. Juli noch interessierte, welche nach vorgegebenem Einsatzplan im Kanton Schaffhausen an vorgegebenen Orten zu vorgegebener Zeit nach Leuchtkäfer suchen.
Bei Interesse und für weitere Informationen zum genaueren Vorgehen wählen Sie bitte folgenden Link: http://www.adikom.ch/klk/beobachter_gesucht.htm
Die abendlichen Leuchtkäfer-Suchaktionen werden pro Abend mit 50.- CHF entschädigt.
Bei Fragen können Sie sich an Pro Natura Schaffhausen oder direkt an den Projektleiter, Ingo Rieger (@email), wenden.
Weiterführende Informationen
Weiterführende Links
Leuchtkäfer-Sucherinnen und –SucherEhemaliges Lehmabbaugebiet zwischen Bürglen und Opfershofen wird zur Arche Noah für gefährdete Arten
Es ist von nationaler Bedeutung, dieses kleine Gebiet zwischen Bürglen und Opfershofen. Das ehemalige Lehmabbaugebiet ist heute ein Amphibienlaichgebiet und somit Geburtsstätte zahlreicher Tiere.